Doppelter Preisdruck bei Rohstoffen: Baumwolle steigt, Preisabstand zu Polyester schrumpft
Baumwolle stieg von 62-63 Cent auf 83-84 Cent; heute notiert sie bei 88,60 Cent. Zusammen mit ölpreisbedingten Anstiegen bei Polyester verengt sich die Preisspanne – was Mischungsverhältnisse verändert.
Bei den textilen Rohstoffen wirkt in diesem Jahr ein doppelter Kostendruck: Bei den Naturfasern zieht Baumwolle kräftig an, während bei synthetischen Fasern die ölpreisabhängigen Kosten steigen. Dieses Zusammentreffen zwingt die Spinnereien dazu, ihre Garnpreise nach langer Stagnation spürbar nach oben zu korrigieren.
Baumwolle: Von 62-63 Cent auf 88 Cent
Branchenberichten zufolge kletterte der Baumwollpreis von der Spanne von 62-63 Cent auf 83-84 Cent, was einem Anstieg von rund 30 Prozent entspricht. Am 23. August 2026 lag der Börsenwert für Baumwolle bei 88,60 Cent/Pfund – die Aufwärtsbewegung setzt sich also fort. Dieser jüngste Wert basiert auf tagesaktuellen Börsendaten.
Eine der Ursachen für den Preisanstieg ist eine Nachfrageverschiebung: Die Rückkehr weltweiter Einkäufer von Chemiefasern zu Naturfasern treibt die Baumwollnotierungen. Parallel dazu wächst das Interesse an Recyclinggarnen spürbar.
Auswirkungen auf Garnpreise: 12 bis 28 Prozent Anstieg
Die Rohstoffverteuerung schlägt unmittelbar auf die Garnherstellung durch; bei Baumwollgarnen werden je nach Feinheit und Qualität Preiserhöhungen zwischen 12 und 28 Prozent gemeldet. Dies verändert die Rezeptur- und Stückkosten in Webereien und Strickereien grundlegend.
Die eigentliche Kernentwicklung: Verengung der Preisspanne
Der Preisabstand zwischen Baumwolle und Polyester – in der Branche als Preisspalt (Makas) bezeichnet – hat sich deutlich verengt. Ist dieser Abstand groß, weichen Hersteller aus Kostengründen auf Polyester aus; schrumpft er, wird Baumwolle wieder attraktiv. Da Brent-Öl derzeit bei 94,39 Dollar notiert, verteuert die Rohölbindung auch synthetische Fasern. Der einfache Ausweg, Kostensteigerungen durch den Wechsel auf Polyester zu umgehen, funktioniert daher nicht mehr wie gewohnt.
Konsequenzen für Gardinen- und Möbelstoffproduzenten
Für Produzenten, die bei Deko- und Möbelstoffen überwiegend Polyester einsetzen, ergeben sich daraus zwei Konsequenzen: Erstens können Rohstoffpreise bei Angeboten nicht mehr als fest vorausgesetzt werden; die Bindefristen für Angebote müssen verkürzt werden. Zweitens lohnt es sich betriebswirtschaftlich, die Mischungsverhältnisse von Baumwolle und Polyester neu durchzurechnen. Wenn sich die Preisspanne verengt, steht die Faserzusammensetzung wieder zur Disposition.
Hinweis: Die allgemeinen Branchendaten beziehen sich auf die Veröffentlichungsdaten der Quellen; die aktuellen Preise für Baumwolle und Brent-Öl wurden am 23. August 2026 erfasst. Es handelt sich um unterschiedliche Zeitpunkte, die getrennt zu betrachten sind.
Baumwolle stieg von 62-63 Cent auf 83-84 Cent; heute notiert sie bei 88,60 Cent. Zusammen mit ölpreisbedingten Anstiegen bei Polyester verengt sich die Preisspanne – was Mischungsverhältnisse verändert.








