AKADEMIE-ARTIKEL
Martindale-Test: Scheuerbeständigkeit bei Möbelstoffen
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Autor: TRTex Redaktion
Veröffentlicht: 23. Juli 2026 · Zuletzt geprüft: 28. September 2026 · ⏱️ 2 Min. Lesezeit
Prüfverfahren und Laboraufbau
Die Martindale-Methode ist das international massgebliche Prüfverfahren zur Bestimmung des mechanischen Scheuerwiderstands von Möbelstoffen und technischen Textilien gegen Reibung [1, 3]. Das Prüfverfahren ist in der Normenreihe EN ISO 12947 festgelegt; die Ermittlung des Zerstörungspunkts erfolgt nach dem Protokoll ISO 12947-2 [3]. Das Verfahren gilt für alle textilen Flächengebilde einschliesslich Vliesstoffen (Nonwovens), ausgenommen Materialien, für die in Spezifikationen eine geringe Scheuerlebensdauer vermerkt ist [3].
Im Laboraufbau werden die zu prüfenden Stoffmuster kreisförmig ausgestanzt und in Probenhaltern fixiert [2]. Die beanspruchte Probenoberfläche wird mit dem standardisierten Scheuergewebe in Kontakt gebracht, das auf dem Scheuertisch aufgespannt ist [2]. Das Scheuermittel besteht aus widerstandsfähigem Kammgarn-Wolltuch (Worsted Wool Fabric) [2]. Dieses Gewebe liegt nicht direkt auf der Metallplatte auf; darunter befindet sich eine dämpfende Schicht aus standardisiertem Web- oder Nadelfilz, die eine gleichmässige Spannung gewährleistet [2]. Dadurch entsteht eine homogene Reibungsfläche zwischen Probe und Scheuermittel [2].
Prüfdrücke und Lissajous-Bewegung
Die Belastung der Probe während des Scheuerprozesses ist in der Norm nach dem Verwendungszweck des Textils geregelt [2]. Je nach Beanspruchungsklasse des Möbelstoffs wird ein Prüfdruck von 9 kPa oder 12 kPa auf den Prüfkopf angelegt [2]. Diese Drücke gewährleisten eine gleichmässige mechanische Krafteinwirkung über die gesamte Prüfdauer [2].
Die Scheuerbewegung verläuft nicht linear, sondern entlang einer geometrischen Lissajous-Figur, die durch das Antriebssystem der Martindale-Maschine erzeugt wird [2]. Das Gerät führt die Probe und das Kammgarn-Wolltuch entlang dieser Lissajous-Kurve aneinander vorbei [2]. Durch diese mehrachsige Reibung werden Fasern und Fäden aus allen Richtungen beansprucht, was den praktischen Verschleiss im Alltag realistisch nachbildet [2]. Je höher die Scheuertouren (Rubs) bis zur Zerstörung ausfallen, desto strapazierfähiger gilt das Material [2].
Bestimmung des Endpunkts und Auswertung
Gemäss ISO 12947-2 wird der Endpunkt der Prüfung (Zerstörung der Probe) durch regelmässiges Anhalten der Maschine in festgelegten Intervallen und optische Begutachtung ermittelt [3]. Der Prüfer kontrolliert das Material in standardisierten Abständen [3]. Bei Webstoffen ist das Abbruchkriterium der vollständige Bruch von zwei Fäden im Gewebe [1, 3]. Sobald an der Probe zwei Fäden gerissen sind, wird die Prüfung gestoppt und die bis dahin erreichte Tourenzahl als Scheuerbeständigkeit protokolliert [1, 3].
Der Nachweis der Scheuerfestigkeit über akkreditierte Prüfberichte nach ISO 12947-2 ermöglicht es Herstellern, geforderte Leistungswerte in Ausschreibungen transparent zu belegen [1, 3].
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TRTex Redaktion
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QUELLEN & ZITATE
- ISO (abgerufen: 2026-09-28) — iso.org ↗
- SDL Atlas — test cihazı/aşındırıcı üreticisi (abgerufen: 2026-09-28) — sdlatlas.com ↗
- ISO (abgerufen: 2026-09-28) — iso.org ↗
